03/2026 Himmelwärts bauen
EDITORIAL
Die Aufstockung in Holzbauweise hat für die Schweiz ein grosses und bislang noch nicht ausgeschöpftes Potenzial. Aufstockungen ermöglichen zusätzlichen Wohnraum, brauchen keinen Baugrund und nutzen die bestehende Infrastruktur. Der Holzbau spielt dabei eine Schlüsselrolle: Das Material ist leicht, die Tragfähigkeit in Relation zum Gewicht hervorragend und der Gestaltungsspielraum gross. Ausserdem ist die Bauzeit vergleichsweise kurz und das Bauen oft im bewohnten Zustand des Gebäudes möglich. In der Schweiz gibt es rund 1,8 Millionen Wohngebäude. Würden nur rund 5 Prozent davon mit je zwei Wohnungen aufgestockt, könnten 180 000 neue Wohnungen entstehen! Grenzen setzt meist nur das Baurecht mit seinen Zonenvorschriften und Höhenbegrenzungen sowie die oft kleinteiligen Eigentümerstrukturen. Drei Projekte, bei denen die innerstädtische Verdichtung in den Luftraum vorbildlich umgesetzt wurde, stellen wir in dieser Ausgabe «Holzbau Schweiz Magazin» und in der beiliegenden Publikation «Holzbau Schweiz Architektur» vor: Die Reihenhäuser von 1948 am Käferberg in Zürich haben durch ein aufgesetztes Pultdach an Höhe und
damit an Wohnraum gewonnen (Seite 6) und in Zürich-Albisrieden wurden Mehrfamilienhäuser mit Baujahr 1967 um zwei Etagen in Splitlevel-Anordnung nach oben erweitert (Seite 11). Das historische Gründerzeitgebäude (Baujahr 1884) im Zürcher Kreis 4 überrascht mit einem architektonischen Bruch («Holzbau Schweiz Architektur», Seite 28). Bei allen drei Aufstockungen konnten die Mieter ihre Wohnungen behalten.







