03/2026 Himmelwärts bauen
SPÄNE
Stradivari baute seine Geigen mit Fichtenholz aus den Alpen
Geigenbauer Antonio Stradivari (1644 ca.–1737) bezog – vor allem während seiner Blütezeit – sein Holz überwiegend aus dem Südtirol. Das internationale Forschungsteam mit Beteiligung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat 314 Jahrringreihen von 284 authentischen Geigen des berühmten Geigenbauers aus Cremona analysiert. Eine deutliche Wende in der Arbeit Stradivaris zeigt sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts: Die Holzeigenschaften seiner ältesten Geigen sind auf unterschiedliche Herkunftsorte der Bäume zurückzuführen, die nicht immer genau lokalisiert werden können. Doch dann, in der Phase seiner grössten künstlerischen und technischen Reife, bezog Stradivari fast ausschliesslich Fichtenholz aus dem Fleimstal (Val di Fiemme) im östlichen Trentino. Für den Bau der Resonanzböden wählte er bewusst das besonders gut geeignete Holz von Fichten (Picea abies), die während der Kaltzeit Maunder-Minimum (1645–1715) mit kurzen Vegetationsperioden und niedrigen Temperaturen gewachsen waren. «Viele Instrumente weisen sehr ähnliche Ringsequenzen auf. Das deutet darauf hin, dass Stradivari oft Bretter aus demselben Stamm verwendete, um verschiedene Geigen herzustellen, auch wenn sie im Abstand von mehreren Jahren produziert wurden. Dieses Verhalten scheint eine sehr sorgfältige Auswahl des Holzes widerzuspiegeln. Er wollte Materialien nutzen, die er als besonders geeignet betrachtete», erklärt Mauro Bernabei vom italienischen Consiglio nazionale delle ricerche (CNR), der Koordinator der Forschungsarbeit. Die Studie zur umfangreichsten dendrochronologischen Untersuchung, die jemals zum Werk Stradivaris durchgeführt wurde, ist in der Zeitschrift «Dendrochronologia» veröffentlicht worden. wsl.ch







