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05/2026 Anders lernen

BEWEGEN

Arbeitssicherheit ist fest verankert

An der Branchenumfrage 2026 von Holzbau Vital haben von 697 Mitgliedsbetrieben 303 teilgenommen – das entspricht einer Rücklaufquote von rund 43 Prozent. Dank dieser engagierten Teilnahme erhält Holzbau Vital ein aussagekräftiges Bild darüber, wie die Schweizer Holzbaubetriebe die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz heute einschätzen und wo der grösste Handlungsbedarf gesehen wird.

Text und Grafik Rolf Döbeli

 

Die Umfrage zeigt deutlich: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind in den Holzbaubetrieben fest verankert. Dazu einige Beispiele:

  • 89 Prozent der Holzbauunternehmen verfügen über eine geregelte Notfallorganisation. 
  • 80 Prozent der Betriebe haben schriftlich festgelegt, wer ihre Sicherheitsverantwortlichen sind.
  • 66 Prozent beurteilen ihre Mitarbeitenden als ausreichend extern aus- und weitergebildet. 
  • 62 Prozent setzen bereits konkrete Massnahmen zum Schutz vor Lärm, Staub, UV-Strahlung oder ergonomischen Belastungen um. 
  • 85 Prozent nutzen die Leitfäden und Checklisten von Holzbau Vital. 
     

Diese Zahlen zeigen, dass in den vergangenen Jahren gemeinsam viel erreicht worden ist. Besonders positiv fällt auf, dass die Angebote von Holzbau Vital in den Betrieben breit genutzt werden. Dieses Vertrauen motiviert zur laufenden Weiterentwicklung der Hilfsmittel und deren Anpassung an neue Anforderungen.


Mehr Praxis – weniger Bürokratie
Die Umfrage macht auch deutlich, welche Themen die Branche aktuell beschäftigen und wo die Betriebe Verbesserungspotenzial sehen. Am häufigsten genannt wurde der Wunsch nach weniger administrativem Aufwand. Die Arbeitssicherheit werde gemäss den Befragten im Alltag gelebt, gleichzeitig nehme jedoch der Dokumentationsaufwand stetig zu. Die Unternehmen wünschten sich einfache und praxistaugliche Lösungen, welche die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, ohne unnötige Bürokratie zu verursachen.
 

Absturzsicherung 
Besonders relevant sind für die befragten Betriebe die Themen Arbeiten an Absturzkanten, die Element- und Deckenelementmontage sowie das Be- und Entladen von Fahrzeugen. Dafür werden standardisierte und praxiserprobte Lösungen gewünscht. Die bereits im Leitfaden aufgezeigten Lösungen sollen ergänzt werden. 

Bei der Branchenumfrage zeigte sich, dass das Wissen zwar vorhanden ist, die Umsetzung jedoch anspruchsvoll bleibt. Das grösste Verbesserungspotenzial liegt also weniger in der weiteren Wissensvermittlung als vielmehr bei der konsequenten Umsetzung im Arbeitsalltag.
 

Sicherheitskontrollen

  • 58 Prozent der Holzbaubetriebe führen jährliche Sicherheitskontrollen durch – jedoch ohne Dokumentation. Nur 20 Prozent dokumentieren diese vollständig. 
  • Bei der Massnahmenplanung dokumentieren lediglich 29 Prozent Termine und Umsetzung systematisch. 
  • Viele Betriebe leisten bereits viel. Gleichzeitig ist Potenzial vorhanden, bestehende Prozesse einfacher und effizienter zu gestalten.


Digitalisierung mit Augenmass
Auch die Digitalisierung wurde häufig angesprochen. Die Rückmeldungen zeigen jedoch sehr unterschiedliche betriebliche Voraussetzungen und Systeme. Eine einheitliche Softwarelösung würde diesen unterschiedlichen Bedürfnissen kaum gerecht werden. Holzbau Vital konzentriert sich deshalb weiterhin auf übergreifend nutzbare Hilfsmittel wie verständliche Leitfäden, Checklisten, Vorlagen und Praxishilfen – unabhängig von der eingesetzten Software.


Schwerpunktthema Chemikalien 
«Chemikalien» – das Jahresthema 2026 von Holzbau Vital – wurde insgesamt positiv bewertet. Die bereitgestellten Informationen und Hilfsmittel werden im Arbeitsalltag genutzt und als hilfreich eingeschätzt. Gleichzeitig zeigte die Umfrage, dass noch nicht alle Betriebe die Punkte auf ihrer Chemikalienliste vollständig umgesetzt haben. Hier bleibt die Unterstützung mit praxisnahen Hilfsmitteln weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt.


Die Branchenumfrage bestätigt, dass die Schweizer Holzbaubranche in der Arbeitssicherheit auf einem guten Weg ist. Gleichzeitig werden klare Schwerpunkte sichtbar: weniger Bürokratie, mehr praxistaugliche Lösungen und Hilfsmittel, die den Arbeitsalltag erleichtern. Darauf werden die kommenden Entwicklungen ausgerichtet. Ziel bleibt es, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz so einfach, verständlich und praxisnah wie möglich zu gestalten. holzbau-vital.ch
 

Die wichtigsten Anliegen der Betriebe

  • Weniger Bürokratie
  • Praxisnahe Lösungen
  • Absturzsicherung
  • Weiterbildung
  • Infos zur korrekten Lagerung 
    von Chemikalien 
  • Gesundheitsförderung