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05/2026 Anders lernen

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Anstoss zum Polyeder-Projekt

Wenn angehende Zimmerleute ihr handwerkliches Können, ihr räumliches Vorstellungsvermögen, eine grosse Portion Teamgeist und ein wenig Fussballfieber zusammenbringen, kann Beeindruckendes entstehen: am Berufsbildungszentrum Solothurn-Grenchen ein imposantes Polyeder aus Holz mit einem Durchmesser von 1,80 Metern.

Text BBZ Solothurn-Grenchen Bilder Jakob Nessensohn

 

Ein gemeinsames Werk zu schaffen, das die Lernenden fachlich fordert und gleichzeitig die Zusammenarbeit stärkt, lautete das Ziel von Lehrer Jakob Nessensohn. So entstand das Polyeder-Projekt im Rahmen des berufskundlichen Unterrichts der angehenden Zimmerleute. Der aussergewöhnliche Holzkörper, dessen Oberfläche aus 20 Sechsecken und 12 Fünfecken besteht, ähnelt einem Fussball. Das passte kurz vor Beginn der Fussball-WM perfekt. 


32 Elemente zusammengefügt
Bevor das erste Stück Holz bearbeitet werden konnte, war sorgfältige Planung gefragt. Mithilfe des CAD-Zeichnungsprogramms wurden sämtliche Elemente im Massstab 1:1 konstruiert. Die ausgedruckten Pläne dienten später als Schablonen für den Zuschnitt und die Montage. Die Lernenden brachten je zwei Holzrohlinge der vorgegebenen Dimension mit in die Berufsfachschule. In der schulinternen Werkstatt begann anschliessend die eigentliche Arbeit: das Hobeln, Anreissen, Zuschneiden, Schleifen und Verschrauben der 32 Elemente. Jeder Arbeitsschritt erforderte höchste Genauigkeit. Bereits kleine Abweichungen hätten sich später bei der Endmontage bemerkbar gemacht.


Nachdem die einzelnen Fünf- und Sechsecke fertiggestellt waren, erhielten sie mit den Farben des BBZ Solothurn-Grenchen ihren letzten gestalterischen Schliff. Anschliessend begann die wohl spannendste Phase des Projekts: die Endmontage. Die von verschiedenen Teams gefertigten Elemente mussten nun zu einem einzigen Körper zusammengefügt werden. Mit Leim, Schraubzwingen und unzähligen Schrauben wuchs der Holzfussball Stück für Stück zusammen. Dabei zeigte sich, wie wichtig präzises Arbeiten und gute Zusammenarbeit sind. 
Alle Beteiligten fieberten dem entscheidenden Moment entgegen: Würde das letzte Sechseck passen? Es passte!


Erfolgreiche Teamarbeit
Das fertige Werk ist weit mehr als ein eindrucksvoller Blickfang. Es steht sinnbildlich für das, was die Ausbildung zur Zimmerin / zum Zimmermann ausmacht: handwerkliche Präzision, technisches Verständnis, sorgfältige Planung und erfolgreiche Teamarbeit. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie durch das Zusammenspiel engagierter Lernender, einer innovativen Lehrperson und vieler einzelner Bauteile etwas Grosses entstehen kann. 


 

BBZ Solothurn-Grenchen

Das Berufsbildungszentrum Solothurn-Grenchen (BBZ SOGR) umfasst fünf Teilschulen, darunter die Gewerblich-Industrielle Berufsfachschule Grenchen (GIBS Grenchen). In Grenchen wird in zwölf Berufen des Bauhaupt- und Nebengewerbes unterrichtet, unter anderem gehen dort die angehenden Zimmerleute des Kantons Solothurn zur Schule. Das BBZ Solothurn-Grenchen unter der Leitung von Direktor Bernhard Beutler zählt rund 3500 Lernende. Etwa 750 Schülerinnen- und Schüler besuchen die GIBS Grenchen – die Schule wird von Iris Schuler (Rektorin) geführt. Fachlehrer Jakob Nessensohn war bis im Juli dieses Jahres Fachgruppenleiter des Berufskundeunterrichts der Zimmerleute, diese Funktion übergab er nun an Alain Heiniger. bbzsogr.so.ch